KONTINUUM | 13.04.2017
REALPRÄSENZ | 02.09.2016
In der Betonbox positionieren sich zeitgenössische Standpunkte mit einer Perspektive auf die Poesie. So stellt sich im Rahmen der Düsseldorfer Poesietage auf dem Dach des alten Hochbunkers die Frage, was ein aktuelles Verständnis von Poesie sein kann. Am Anfang der Veranstaltungsreihe steht die These „Am Ende ist es Poesie“.

Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa arbeiten mit verschiedenen Methoden in unterschiedlichen Disziplinen. Die Ausgangspunkte sind fast immer in der bzw. einer Sprache zu finden, die in den folgenden Auseinandersetzungen in vielerlei Formen ihre Gestalt finden: auf der Leinwand, im Raum oder verklanglicht.
In den ausgestellten Werken der 23 bildenden Künstlerinnen und Künstler sind persönliche Erlebnisse von Poesie Ausgangspunkt für eigene Schöpfungen. In den verschiedensten Materialien nehmen sie im Bezug zu deren Inhalten individuelle Standpunkte ein. Den textlichen Ursprüngen wird in der Ausstellung ebenso in fixierter Form ein Raum geboten. Auf diese Weise gestaltet die Ausstellung den Raum für die Präsentation zeitbasierter Positionen.
Werden in der Musik üblicherweise Klänge als Fundament oder Trägermaterial verwendet, um einen Text zu bewegen, konzentrieren wir uns in diesem Projekt auf Methoden, bei denen der Text das tragende Element ist. In der Audio-Poesie wird Text nicht musikalisch illustriert sondern selbst zum Klangmaterial. Neben den performativen Arbeiten kommen auch konventionelle Präsentationen in Form von AutorInnenlesungen zu Wort.

Sa, 11.06., 20 Uhr: Vernissage mit Liveauftritten von Heike Fiedler, Jörg Steinmann, Florian Zeeh
Heike Fiedler (Düsseldorf, Genf) ist freie Autorin und Künstlerin in den Bereichen Text, Laut, Bild und Performance. Unter anderem mit einem Laptop schafft sie bi- und plurilinguale Bild- und Lautprojektionen, oft in Echtzeit. Um ihre Text- und Stimmarbeit herum hat sie mehrere Formationen gegründet.
Jörg Steinmann (Düsseldorf) Sprache ist für ihn der Ausgangspunkt für ein Spiel mit Identitäten und der Flüchtigkeit des Augenblicks. In seinen Performances inszeniert er Sprache in Begleitung von Klang und Geräusch. Seine Performances sind flüchtig. „Kontinuität lässt sich nur durch ständiges Arbeiten erreichen.“
Florian Zeeh (Düsseldorf) arbeitet diskret und kontinuierlich. In seinen elektronischen und algorithmischen Konzepten komponiert er Strukturen, die oft durch Ohren, manchmal durch die Augen, aber nicht unbedingt durch Mark und Bein gehen. Er untersucht Unterbrechungen und nimmt es mit dem Nichts auf.

Mo, 13.06., 19 Uhr: Liveauftritte von Alessandro Bosetti, Susanne Hille & Gerhard Ferenschild, Marc Matter
Alessandro Bosetti (Berlin) ist Komponist, Performer und Klangkünstler. In seiner Arbeit befasst er sich hauptsächlich mit der Musikalität von gesprochener Sprache und den klanglichen Aspekten verbaler Kommunikation. Dabei verwendet er Missverständnisse, Übersetzungen und Interviews als Kompositionsmethoden.
Susanne Hille (Düsseldorf) realisiert seit 1993 in den Bereichen Alte, Neue und Experimentelle Musik sowie in den Bereichen darstellende, bildende und Klangkunst Projekte und Objekte allein oder mit verschiedenen Ensembles.
Gerhard Ferenschild (Hilden) hat sich der freien Rezitation großer Prosa verschrieben. Allein die schiere Gedächtnisleistung, bis zu 100 Minuten lang anspruchsvollste Erzählungen darzubieten, imponiert. Er tritt seit 1998 mit freien Prosarezitationen und anderen Programmen auf.
Marc Matter (Bad Säckingen) ist Klangkünstler, Gelegenheitsautor und kuratiert hin und wieder. Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Institut fuer Feinmotorik“ und Produzent akustischer Kunst für das Radio. Am Institut für Musik und Medien leitet er den Studienschwerpunkt Musik und Text. Ihn interessieren klingende Texte und akustisches Sprachspiel.

So, 19.06., 11-17 Uhr: Finissage/Brunch mit Lesungen von Andreas Bülhoff, Daniel Helbig, Angela Fette, Kai Savelsberg // Gesangs-Performance von Susanne Hille
Andreas Bülhoff (Köln) ist Redakteur bei den Magazinen „randnummer“ und „Der Greif“. Er schreibt und veröffentlicht Gedichte und promoviert zur experimentellen Poesie der Gegenwart.
Daniel Helbig (Düsseldorf) In seinen autobiographischen, oftmals mit fiktiven Elementen durchsetzten, Arbeiten, beschäftigt er sich mit – für ihn – bedeutenden Eindrücken und den Möglichkeiten der Übertragung dieser Eindrücke in sein gesellschaftliches Umfeld.
Angela Fette (Düsseldorf) ist als Malerin, Dichterin und Performance-Künstlerin bekannt für ihre idiosynkratischen Kombinationen aus Lesungen und ritualhaften Handlungen, anonymisiert durch ihre protoavantgardistischen Kostüme, Masken und Helmentwürfe.
Kai Savelsberg (Aachen) ist seit 1997 als freischaffender Künstler tätig. Als Autor wie Maler hält er Lesungen innerhalb Ausstellungen mit seinen eigenen Werken, seine Gedichte verweisen dabei oft auf seine Bilder: es geht ihm vor allem um Greifbarkeit, Dinglichkeit, also in gewisser Weise um Realität.

Ausstellungsbesichtigung
Mo, 13.06. ab 16 Uhr
Sa, 18.06. von 14-18 Uhr
und nach Vereinbarung: 0177.6883157


Benxamin Alvarez (ES), Alessandro Bosetti (IT), Andreas Bülhoff (DE), Pete Clarke (GB), Claus Dieter Geissler (DE), Gerhard Ferenschild (DE), Angela Fette (DE), Heike Fiedler (DE), Augustin Fructuoso Fernandez (ES), Mavi Garcia (ES), Ivan Geddert (RU), Zahra Hassanabadi (IR), Daniel Helbig (DE), Susanne Hille (DE), Hyacinta Hovestadt, Loran Jacob (FR), Jonas Kohn (DE), Axel Kreiser (DE), Elisabeth Krotoff (FR), Bernhard Kucken (DE), Judith Lesur (FR), Christoph Massé (FR), Marc Matter (DE), Xesco Mercé (ES), Tom Phillips (GB), Mareike Piepel (DE), M.-F. Prost-Manillier (FR), Martine Saurel (FR), Kai Savelsberg (DE), Jörg Steinmann (DE), Sandra Zarth (DE), Florian Zeeh (DE)
Vollbild / Fullscreen
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